Infos zu den maximal refinanzierbaren Personalstunden

In der Vergangenheit bekamen wir immer wieder Fragen zur Personalisierung und den Möglichkeiten, die unser saarländisches Kitagesetz SBEBG bietet.
 
Von Seiten des Ministeriums für Bildung und Kultur wurde uns hierzu folgende Übersicht zur Verfügung gestellt:

Datenbank-Wert: per Gesetz refinanzierbare Personalisierungsstunden
BE-Wert: Personalisierungsstunden zur personellen Mindestbesetzung

Zwischen diesen Werten liegt in der Regel ein Delta in dem Sinne, dass die per Gesetz refinanzierbaren Personalisierungsstunden (die in der Kita-Datenbank Saarland dargestellt werden) über den Personalisierungsstunden zur personelle Mindestbesetzung (die der Betriebserlaubnis zu entnehmen sind) liegen (siehe Grafik).

Für die Praxis bedeutet dies: die Personalisierungsstunden zur personellen Mindestbesetzung (die der Betriebserlaubnis zu entnehmen sind) werden durch das Ministerium immer refinanziert. Darüber hinaus refinanziert das Ministerium auch immer die Stunden, die vom Träger bis zu den per Gesetz refinanzierbaren Personalisierungsstunden (die in der Kita-Datenbank Saarland dargestellt werden) personalisiert sind. Das heißt, dass jeder Träger seine Einrichtung so personalisieren soll, dass die Stunden der personellen Mindestbesetzung (der Wert, der der Betriebserlaubnis zu entnehmen ist) bei voller Auslastung in jedem Fall abgedeckt sind, damit der Kita-Betrieb ohne Inanspruchnahme der Verfügungszeiten aufrechterhalten bleiben kann.
Darüber hinaus können vom Träger jederzeit und immer die Stunden, die bis zu den per Gesetz refinanzierbaren Personalisierungsstunden (die in der Kita-Datenbank Saarland dargestellt werden) personalisiert werden. Es werden somit alle Personalisierungsstunden vom Ministerium refinanziert, die innerhalb der per Gesetz refinanzierbaren Personalisierungsstunden (die in der Kita-Datenbank Saarland dargestellt werden) liegen.

Eine konkrete Frage unserer Mitglieder haben wir in folgendem, fiktivem Fallbeispiel dargestellt:

Eine Kita hat laut BE eine personelle Mindestbesetzung von 600 Std. und wird auch so zunächst personalisiert.
Leider werden über ein halbes Jahr 3 Kolleginnen mit insgesamt 100 Stunden langzeitkrank, dafür findet der Träger nach 3 Monaten nur teilweise einen Ersatz von 20 Stunden. Über ein halbes Jahr fehlen der Kita also 80 – 100 Stunden und es bleibt viel Arbeit liegen.

Frage:
Kann der Träger, wenn nun die Langzeitkranken wieder zurückkommen, für mehrere Monate die Kita mit 680 -700 Stunden personalisieren? Werden diese Stunden vom Ministerium refinanziert?

Hier die Antwort von Seiten des Ministeriums für Bildung und Kultur:
Wenn ein Träger den BE-Wert von 600 Std. grundsätzlich personalisiert hat (also die personelle Mindestbesetzung laut Betriebserlaubnis erfüllt) und für ein halbes Jahr mehrere Langzeiterkrankte beklagen muss, ist es absolut kein Problem, wenn durch die Nachpersonalisierung und das Zurückkehren der Erkrankten der „BE-Wert“ überschritten wird, da sich diese Überschreitung in der Regel noch im Rahmen der per Gesetz refinanzierbaren Personalisierungsstunden (die in der Kita-Datenbank Saarland dargestellt werden) bewegt. Zumal sich bei Ihrem dargestellten Beispiel auf das gesamte Jahr gesehen keine Überpersonalisierung ergeben kann, da die fehlenden 100 Stunden im ersten halben Jahr ja nur mit 20 Stunden kompensiert werden und sich über das gesamte Jahr hinweg die Stunden insgesamt wieder so ausgleichen werden, dass dies keine Auswirkungen auf die zu refinanzierenden Stunden haben würde.